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Fit für den Winter?
Damit Sie mit Ihrem Auto gut durch den Winter
kommen, sind einige Vorbereitungen notwendig.
Worauf Sie achten sollten, erklären wir in
unseren Wintertips:
| Reifen |
| Schneeketten und
Anfahrhilfen |
| Batterie |
| Winterzubehör |
| Skiboxen
(hier gehts zu unserem Skiboxen-Test) |
| Was sonst noch zu beachten
ist |
Reifen
Sandalen im Winter?
Über diese Frage wird jeder Leser kopfschüttelnd lachen. Nur die wagemutigsten
werden versuchen, mit Sandalen einen Winterspaziergang zu unternehmen. Sturz und
Kälteschock wären mit solchem Schuhwerk vorprogrammiert. Beim Auto hingegen
verzichten immer mehr auf Winterreifen – obwohl es wesentlich gefährlicher
ist.
Werden die Tage kürzer und die Abende länger, ändert sich auch die
Bekleidung. T-Shirts weichen Pullovern, Shorts werden von Jeans verdrängt und
Sandalen müssen festen Schuhen Platz machen. Jeder stellt sich auf die kalte
Jahreszeit ein. Der eine früher, der andere später.
Beim Reifenwechsel von Sommer- auf Winterpneus sind die meisten nicht so fix
bei der Sache wie mit dicken Jacken oder Pullovern. Dabei ist es weitaus
gefährlicher, mit Sommerreifen den Winter zu überstehen. Schon in der
Übergangzeit stoßen Sommerreifen an ihre Grenzen, auch wenn dies für den
Autofahrer erst einmal nicht spürbar ist. Bereits ab 7 °C sind
Schönwetter-Pneus der Situation nicht mehr gewachsen. Laub, Regen und von
Treckern verschmutze Fahrbahnen geben der Leistung den Rest. So gibt es für
manche Autos auf kurvenreichen Strecken kein Halten mehr.
Dummheit oder Trägheit?
Bauernschlaue Autofahrer verkünden immer häufiger Botschaften wie „Ein
guter Sommerreifen taugt genauso viel wie ein Winterreifen“, oder „In
Deutschland gibt es ohnehin keinen Schnee.“ Solche Stammtisch-Parolen müssten
eigentlich bestraft werden. Denn es ist brandgefährlich, mit Sommerreifen eine
Winterlandschaft zu durchpflügen. Wer sich mit solchen Sprüchen brüstet,
sollte eines stets im Hinterkopf haben Verursacht ein sommerbereiftes Fahrzeug
im Winter einen Unfall, so gehen mindestens 20 % der Schuld an die Adresse
dieses Fahrers. Ganz gleich ob er schuldig ist oder nicht!
Die andere Fraktion der immer Sommerreifen fahrenden Autobesitzer ist
wahrscheinlich die der Trägen. Ein Radwechsel ist immer mit Arbeit verbunden.
Vor allem dann, wenn es in der Garage gemacht wird und Hebebühne,
Schlagschrauber und Drehmomentschlüssel nicht zur Verfügung stehen. Eine
weitere Erklärung ist der Kostenfaktor, wenn die Umrüstung in einer Werkstatt
oder Tankstelle durchgeführt wird. Reparaturunternehmen lassen sich diese
Arbeit selbstverständlich bezahlen. Zu den Kosten für die Arbeit gesellt sich
nicht selten der Preis für eine Einlagerung. Zwar hat der Kunde in diesem Fall
die Zeit gespart, andererseits aber auch ein paar Mark investiert. Diese drei
Pseudo-Argumente werden immer wieder ins Feld geführt, um sich vor dem
anstehenden Reifenwechsel zu drücken. Doch solch fadenscheinige Begründungen
lassen sich schnell mit Fakten außer Gefecht setzen.
Repräsentativ wurde von Goodyear die Wetterlage in Nordrhein-Westfalen über
ein Jahr beobachtet und erfasst. An nur 29 Tagen lag Schnee und nur an 21 Tagen
kämpften die Autofahrer mit Eis. Jedoch wurden an 82 Tagen Temperaturen unter 7
°C gemessen. Regen gab es besonders viel: An insgesamt 123 Tagen waren die
Straßen nass. In der Summe herrschte in Nordrhein-Westfalen an 255 Tagen
schlechtes Wetter. Im Umkehrschluss wird deutlich, dass es nur gut 100 Tage im
Jahr niederschlagsfrei war.
Welcher Autofahrer jetzt noch im Winter mit Sommerreifen unterwegs ist, dem
ist wirklich nicht mehr zu helfen. Solche Fahrer laufen auch in Sandalen und
kurzen Hosen zur Weihnachtsmesse.
Unabhängig davon, ob Sie ins Gebirge fahren oder sonst mit viel
Schnee zu
rechnen haben: Sommerreifen sind für die Wintermonate keine gute Wahl.
Denn bei Temperaturen von weniger als + 7 Grad Celsius werden
Sommerreifen hart und bieten eine deutlich reduzierte Bodenhaftung.
Ganzjahres- und insbesondere Winterreifen bestehen aus einer speziellen
Gummimischung, die auch bei niedrigen Temperaturen weich bleibt und
damit eine gute Bodenhaftung gewährleisten.
Wichtig: Auch wenn der Gesetzgeber eine Mindestprofiltiefe von 1,6
Millimetern vorschreibt, sollten in der kalten Jahreszeit keine Reifen
verwendet werden, deren Profil weniger als 4 Millimeter Profiltiefe aufweisen.
Denn nur dann können sich die Pneus bei Matsch und Schnee selbst
reinigen und wieder richtig greifen. Das gilt auch für Ganzjahres- und
Winterreifen.
Einen aktuellen Test von Winter- und Ganzjahresreifen finden Sie hier.
Schneeketten und
Anfahrhilfen
Wenn viel Schnee liegt oder wenn Sie ins Gebirge fahren, sollten Sie
Schneeketten mitführen. Diese bieten immer noch den besten Gleitschutz
und die beste Traktion. Wer selten Ketten braucht und deshalb die
Investition in dieses Winterzubehör scheut, kann z. B. bei den
Automobilclubs Schneeketten leihen.
Sogenannte Anfahrhilfen sind kein Ersatz für Schneeketten. Sie können nur
dann eingesetzt werden, wenn ein steckengebliebenes Fahrzeug wieder flott
gemacht werden soll. Ist auf bestimmten Strecken die Verwendung von
Schneeketten vorgeschrieben, dürfen Anfahrhilfen nicht verwendet werden.
Achtung Österreich-Fahrer: Wer die Alpenrepublik besucht, darf nur
Schneeketten verwenden, die entweder in Österreich hergestellt wurden
oder die gemäß der in diesem Land geltenden Vorschriften für die
Schneekettenproduktion hergestellt wurden.
Batterie
Wenn die Pannendienste der Automobilclubs im Winter zu
liegengebliebenen Fahrzeugen ausrücken, ist in mehr als zwei Dritteln der
Fälle eine schwache Batterie der Grund dafür, daß Autofahrer Hilfe
brauchen. Kein Wunder, denn in der kalten Jahreszeit werden viele
Stromverbraucher im Auto wie die heizbare Heckscheibe, das Gebläse,
Sitzheizungen und das Licht viel häufiger und intensiver genutzt als im
Sommer. Und die Kapazität der Autobatterie ist bei niedrigen Temperaturen
deutlich niedriger als im Sommer.
Um auch im Winter immer genug Strom zur Verfügung zu haben, sollten Sie
in einer Werkstatt die Säuredichte Ihrer Batterie überprüfen lassen. Ist das
gute Stück vier oder mehr Jahre alt, empfiehlt sich im Herbst ein
Belastungstest. Der zeigt, ob die Batterie die kommende Frostsaison noch
durchsteht.
Winterzubehör
Folgende Ausrüstungsgegenstände sollten Sie im Winter jederzeit griffbereit
im Auto haben:
Eiskratzer mit stabilem Griff und einer metallfreien Kante gegen Eis
und Reif, einer Sägezahnkante gegen dickere Eisschichten und einer
Gummikante für nasse Scheiben. œ
Handbesen, um den Schnee vom Autodach sowie der Motorhaube
und dem Kofferraumdeckel kehren zu können. œ
Handschuhe - damit die Hände beim Eiskratzen warm bleiben,
sollten Die Handschuhe möglichst wasserdicht sein. œ
Gummimatten mit Waffelmuster im Fußraum. Sie nehmen nicht nur
Schmutz sondern auch Schmelzwasser auf und verhindern damit,
dass Feuchtigkeit in den Autoteppich eindringt und das Fahrzeug von
innen zu rosten beginnt.
Ersatzfrostschutz für die Scheibenreinigungsanlage. œ
Starthilfekabel. Damit können Sie nicht nur andren
Verkehrsteilnehmern aus der Patsche helfen. Vielleicht streikt ja
auch Ihre Batterie einmal und ein anderer Autofahrer würde Ihnen
auch gerne helfen, wenn er denn ein Starthilfekabel hätte ... œ
Schneeketten oder Anfahrhilfe und Sandsack mit Streusplit. œ
Klappspaten, um eventuell ein Rad freischaufeln zu können. œ
Decken - eine pro Sitz oder Sitzbank im Pkw. Bei der Montage von
Schneeketten können Decken als Unterlage verwendet werden und in
langanhaltenden Staus oder nach einer Panne spenden sie Wärme.
Denn ein Auto kühlt im Winter ganz schnell aus.
Was sonst noch zu beachten ist
Ganz wichtig ist ein ausreichender Kühlerfrostschutz. Die Kühlflüssigkeit
sollte bis - 30 Grad Celsius einfriersicher sein. Gefriert die
Kühlerflüssigkeit
doch, drohen teure Reparaturen. Denn nicht nur der Kühler wird so zerstört,
sondern oft auch die Heizung des Fahrzeugs und im Extremfall sogar der
ganze Motor.
Ob die Kühlflüssigkeit auch bei starkem Frost noch flüssig bleibt, kann jede
Werkstatt messen. Dort wird dann auch gegebenenfalls Frostschutz
nachgefüllt.
Auch die Scheibenwaschanlage braucht Frostschutz - allerdings einen
anderen als der Kühler. Hier gilt ebenfalls die Temperaturgrenze von - 30
Grad Celsius. Achten Sie darauf, daß Sie gut funktionierende
Scheibenwischerblätter montiert haben, denn schmierende Wischerblätter
können gefährliche Verkehrssituationen auslösen.
Die Tür- und Kofferraumschlösser sollten mit (Graphit-) Fett gegen
einfrieren geschützt werden. Ein gut gefettetes Schloss bleibt auch bei
extremen Temperaturen gangbar. Wenn Sie sogenanntes Enteisungsspray
verwenden, stecken Sie es in die Jacke, denn im Auto nützt es bei
zugefrorenen Schlössern nichts ...
Gummidichtungen an Türen und Kofferraumdeckeln können im Winter an
der Karosserie festfrieren und reißen beim öffnen der Tür. Talcum, Hirschtalg
oder spezielle Pflegemittel, die im Kfz-Zubeehörhandel angeboten werden,
schaffen Abhilfe. Entsprechend vorbehandelte Dichtungen bleiben
geschmeidig, frieren nicht fest und sorgen damit über viele Jahre dafür, dass
laute Wind- und Fahrgeräusche sowie Feuchtigkeit draußen bleiben.
Zum Thema "winterfestes Auto" geben auch die Automobilclubs in
Broschüren Tips:
"So kommen Sie sicher durch den Winter"
Broschüre des ADAC
Kostenlos erhältlich in allen ADAC-Geschäftsstellen
"Ratgeber Winterfahrtips"
Broschüre des Automobilclubs vom Deutschland (AvD)
Kostenlos zu bestellen bei:
AvD
Lyoner Straße 16
60528 Frankfurt am Main

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